Warum meine H&M Shoppingsucht getötet hat

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Was für ein Titel, ich weiss. Klingt hart, ist hart. Ich habe kurz mit dem Titel gezögert, denn eigentlich will ich hier wirklich (!) niemanden verletzen und schon gar nicht traurig machen, aber was mache ich denn mit all den Fakten?

Dasselbe gilt ja auch bei der Tierliebe und dem Veganismus. Ja, ich bin Veganerin und zwar weil ich Tiere über alles liebe. Alle Tiere. Ich unterscheide nicht zwischen Tieren zum Essen und Tieren zum Streicheln.

 

Und ja, ich weiss wir alle werden zu Rassisten erzogen. (Ver)urteilen zu schnell. Entscheiden aus Tradition. Denn was schon immer so war, soll immer so bleiben. Stierkämpfe. Fabrikmitarbeiter, die wir ausbeuten. Menschen, die wir aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Nachnamens einteilen. Come on! Das geht alles auch besser.

 

Das geht verdammt noch mal einfach besser

Ja, ich weiss ich bin hier die, die jeden Tag davon erzählt wie schön diese Welt ist und wie gut es wir alle doch haben und das wir alle nur positiv denken sollen. Ja, die bin ich auch! Und ich bin auch die, die darauf hinweist wenn etwas einfach total wack ist.

Die Modeindustrie ist es. Ich weiss wir alle wollen stylisch aussehen, Kim & Kylie nacheifern, uns einfach wertvoll fühlen (weil wir das doch verdient haben und es auch sind!) aber glaube mir sich selber über seinen Style, seine Kleidung zu definieren, ist einseitig und in meinem Fall hat es auch lange getötet. Ja, ich sage das so. Ich habe jahrelang im H&M eingekauft, musst jeden Scheiss-Bikini haben, den mir die Giselle so sexy vorführte, glaubte an jede super coole Collaboration mit einer High Brand und wollte einfach nur stylisch sein. Aber eigentlich war ich einfach nur ein Victim der Gesellschaft.

Und klar wusste ich dass die Fabrikarbeiterinnen nicht gerade das grosse Los gezogen hatten und doch redete ich mir selbstbestimmt ein dass das so richtig ist und sie froh sind überhaupt Arbeit zu haben. Und im selben Moment beamte ich mich in den Kaufrausch. Da schnell ein sexy Oberteil für 5.- CHF und da zwei Shorts für 10.- CHF, kommt schon gut, habe ich so noch nicht zu Hause, brauche ich also unbedingt! Damals war mir nicht wirklich bewusst dass diese Arbeiterinnen teils von ihren Chefs eingesperrt, misshandelt und zu Stunden langer Arbeit genötigt werden um dann umgerechnet 3.00 Franken pro Tag nach Hause zu nehmen. Bis es zum Einsturz kam.

Ich hab auch nichts gegen Fashionblogger, ehrlich. Ich schwör’s. Aber denkt wirklich niemand an all die anderen? Wie wäre es wenn man seinen Fame für sowas nutzen könnte? Geile Collaborations mit fair fashion brands machen?  Wenn der Stil einem nicht gefällt, kreiert man eben eine eigene Kollektion. Verdammt das ist Web 2.o die Möglichkeiten sind endlos. Aber dass niemand gar nichts macht und alle einfach ohne nachzudenken Fast Fashion tragen ist doch lahm und traurig. Darum will ich es dir sagen, es läuft in diesem Bereich nicht alles so picture perfect, wie man manchmal annimmt.

 

Wusstet ihr auch das (Fast) Fashion und die Modeindustrie grundsätzlich ein Business ist das für Frauen gar nicht uplifting ist?

Viele Models (natürlich nicht die Grossen) haben einen Scheisslohn und menschenwürdige Arbeitsbedingungen finden sie häufig auch nicht. Mal ganz zu schweigen von dem Bild welches schlussendlich in den Medien inszeniert wird und uns allen einen Tritt in die Magengegend verabreicht, weil wir alle nicht so schlank, rank und vollbusig sind wie die Models auf den Plakaten. Daraus (und natürlich aus inneren Kämpfen, schon klar!) resultieren Unsicherheit, Magersucht und Bullimie. Muss alles nicht sein, oder? Geht auch anders, oder?

 

Was tun?

Weise Entscheidungen treffen. Zwei Mal überlegen. Vielleicht ist Vintage eine Möglichkeit? Ok, nicht. Dinge aus recycelten Stuff kaufen, faire Preise zahlen, sich informieren. Schau dir People Tree an, geh rüber zu A KIND OF GUISE nimm reve en vert dazu unbedingt MILK IT – mega sexy und aus recycelten Materialien ! Kaufe lieber 2x nichts und dann schaust du mal bei Stella Mc Cartney vorbei und VANILIA danach noch REFORMATION und ich denke mir du bist soweit gut ausgestattet. Wenn du in der Schweiz zu Hause bist schau doch noch bei SANIKAI rein und dann holst du dir noch so eine coole Tigerjacke und ich denke mal du bist angezogen! Wenn du noch weiter machen willst, spreche mit deinen Freundinnen darüber, jeder soll darüber Bescheid wissen.

 

Was noch?

Fashionweeks meiden. Ist nicht wirklich fair oder sonst irgendwie positiv. Grundsätzlich mal diese Dokumentation reinziehen, weiter überlegen, stylischen Bloggern folgen, die nachhaltig und sexy sind! Erste Kleidungsstücke von einer fairen Brand kaufen, weiter machen. Mal die Capsule Wardrobe und den Minimalismus als Grundsatzidee wahrnehmen, probieren, positiv bleiben! Fair kaufen, H&M, Zara, GAP und co. bitte für immer und ewig meiden.

 

Bild Source

 

Happy Happy Day und fröhliches faires Shoppen allerseits!

so much love, D.

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