Tschüss liebes Iphone und vielen Dank für alles!

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Liebes Iphone

Du warst mein Ein und Alles!

Wir hatten eine On/Off-Beziehung, ich weiss. Und ich bin daran nicht unschuldig. Im Gegenteil. Da gab es Zeiten in denen gab es für mich kaum wichtigere Tools als dich! Du warst mein Alles. Meine Fahrkarte, meine Einkaufsliste, der Liebesbrief von meinem Mann, mein Fotoapparat und das dazugehörige Fotoalbum, mein Emailaccount, meine DVD-Sammlung, mein Gameboy, mein Wecker, mein alles.

Vielen Dank

Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass ich dich loslasse. Warst du irgendwie ständig präsent in den letzten Jahren. Tag und Nacht. On & Off. Als meine Illusion der Sicherheit, mein Hafen der Unterhaltung. Meine Ablenkung bei Langeweile. Was früher die Zigi für mich war, hast längst du ersetzt. Und das sei, viel gesünder sagen sie.

Ich hab dich echt immer noch gern und bin total dankbar für alles, aber ich bin auch sehr froh ist es vorbei. Ich kann und ich will nicht mehr. Es liegt gar nicht an dir. Du bist total spannend und unterhaltsam. Es liegt an mir. Ich habe mich sehr verändert. Ich brauche jetzt Fokus und ich habe jetzt eine Familie. Ich möchte mit meiner Tochter Zeit verbringen, lachen, Spass haben, spielen, Seich machen, malen, in den Dreck gehen, Babyccinos trinken, backen, kochen, da sein, ohne dass ich an dich denken muss. Sie braucht mich hier und ich möchte auch hier sein und deshalb passen wir beide einfach nicht mehr zusammen.

Hier und Jetzt leben

Ich weiss es mag mal spannend sein was Andrea, Julia, Sarah, Laura und Isabelle auf Facebook gerade machen, was Aleks, Luzia und Anna mir gerade per whats’app schreiben, aber eigentlich tief in mir drinnen, interessiert es mich nicht. Ich möchte viel lieber hier spielen und da sein, bei meiner Tochter, oder bei meinem Mann oder bei einem lieben Menschen im Gespräch. Und wer wirklich etwas zu sagen hat, wird auch einen anderen Weg finden es mir mitzuteilen.

Ich weiss es gibt die Möglichkeit dich ab und zu zu besuchen. Ein paar Stunden Spass zu haben und danach wieder ins alte Leben abzutauchen. Aber diese Version ist einfach nicht für mich gemacht. Ich bin eine die gerne aufs Ganze geht, du weisst das doch, schliesslich haben wir schon sehr oft ganze Nächte zusammen rumgehangen.

Fokus

Mein Leben soll eine neue Richtung einschlagen. Ich habe mehrere Geschäfte um die ich mich voller Freude kümmere, eine wundervolle Familie, die ich noch vergrössern möchte und den besten Soulmate aller Zeiten, mit dem ich so gerne Zeit verbringe. Die Zeiten in denen ich stundenlang rumscrolle und mich darüber informiere wer was mit wem wo macht, sind vorbei. Das meine ich nicht böse oder so, aber meine Clubbing-Zeiten, die sind auch vorbei und darüber bin ich auch sehr froh. Ich brauche Fokus. Ganz viel Fokus. Auf das Wesentliche. Auf die Liebe. Auf das Leben im hier und jetzt. Und dabei kann ich mir einfach nicht vorstellen wie du weiterhin an meiner Seite sein sollst.

Erster Versuch positiv

Vor ein paar Monaten habe ich eine Woche lang auf dich verzichtet. Und auch wenn die ersten Momente und Tage sehr intensiv waren. Ich habe dich sehr sehr sehr vermisst. Es war mir langweilig. Ich fühlte mich einsam. Ich wusste nicht was mit meinen Händen machen. Ich musst wieder das Ticket am Automaten lösen und echte Leute nach dem Weg fragen etc. Es war vielleicht ein bisschen weniger convenient, dafür aber viel viel menschlicher. Und nach dem 3. Tag ging es mir richtig gut. Ich war da. In meinem Leben. Voller Freude und Schöpferkraft und im Moment.

Und so möchte ich nicht nur eine Woche leben. Ich möchte mein Leben so verbringen. Im Hier und Jetzt. Glücklich. Präsent. Da. Bei meiner Familie. Im Gespräch. Mit Funken in den Augen. Zuhören und stundenlang Plappern. Einfach so. Tiefe Gespräche. Liebe. Kein Mail-check. Keine Facebook-Nachricht. Einfach ich in meinem Leben. Wow. Klingt für mich unglaublich nach FOKUS und nach Befreiung.

Ich möchte mich von Herzen bedanken für deine Dienste und lasse dich in Liebe gehen:) Ich freue mich so sehr auf mein neues Mobiltelefon ohne Internetanschluss und ohne Apps und ohne ständiges Piepsen. Und natürlich freue mich auf ein langes Telefongespräch mit meinem Mann. Es muss ja nicht gerade so werden wie früher – 12 Stunden lang. Aber vielleicht mal eine Viertelstunde. Ich freue mich auch auf eine kurze SMS von einer lieben Freundin, die mich zum Kaffee treffen möchte, ohne grosses Hin und Her. Straight to the point. Ach ja hab ich s schon erwähnt? Ich tausche dich gegen ein altes Handy, das kein Smartphone ist und keinerlei Apps haben wird. YEAHI!

Flaues Gefühl im Magen

Wenn ich jetzt grad denke wird mir fast ein bisschen, na ja übel. Na, was mach ich denn dann noch? Und wo kann ich mich updaten? Und überhaupt erfahre ich dann auch noch was Wichtig ist? Bin ich noch Teil eines grossen Ganzen? Während ich mich gleich beruhige, muss ich gestehen, es ist interessant das ich mein Dasein von solchen Geräten abhängig mache. Was hat das denn damit zu tun ein Teil eines grossen Ganzen zu sein? Und mein Selftalk sieht dann in etwa so aus.

„Hey es ist ja nicht so als würdest du dich ins 16. Jahrhundert katapultieren – und dein Job machst du unter anderem ja immer noch an einem Laptop, was mir doch sehr modern vorkommt.“

„Stimmt klingt beruhigend.“

Ist schon krass wie sehr wir an diese Geräte attached sind. Würdest du das auch wagen? Oder mal auf Zeit für ein paar Tage oder eine Woche? Ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich noch einiges zu berichten habe über dieses Thema. More to come. Tag 1 wird morgen sein am 05.11.2015.

so much love, D.

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